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Fürstenbrunn
Ein auf Charlottenburg-Wilmersdorfer
Gebiet befindliches Gelände, das noch um 1900
gänzlich aus dem feuchten und sumpfigen Wiesenland der Jungfernheide
bestand. Fürstenbrunn beginnt etwa am südlichen Ende der Rohrdammbrücke
an der Grenze zu Siemensstadt, führt über den Fürstenbrunner
Weg hinauf zur Fürstenbrunner
Brücke bis ungefähr zum Spandauer Berg (eine
zwischen 1859 und 1950 so benannte Anhöhe bzw. Verlängerung
des Rohrdammes;
zuvor nannte man sie "Fürstenbrunner Höhe",
später den "Nonnenberg"
entsprechend der unter ihm liegenden Nonnenwiesen).
Die Gegend wird in diesem Lexikon wegen der Ausgangsaktivitäten der Firma
Siemens in der heutigen Siemensstadt genannt.
Kurz hinter der Rohrdammbrücke
am Ruhwaldweg - am Fuße der Fürstenbrunner Höhe - in Charlottenburg-Wilmersdorf liegt die Fürstenbrunn-Quelle.
Die erstmals urkundlich 1719 erwähnte Quelle war die letzte in
Berlin genutzte Mineralwasserquelle; sie ist heute versiegt. Im
Berliner Raum gab es nur wenige Quellen; die bekanntesten waren Gesundbrunnen,
Bäkequelle und Liebesquelle (an der Waltersdorfer
Schleuse). Nach der Überlieferung
soll Friedrich Wilhelm (der Große Kurfürst; 1620-1688), in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts aus der
Fürstenbrunn-Quelle getrunken haben. Später sollen auch
Friedrich I. (König in Preußen; 1657-1713) und
Friedrich II. (König von Preußen; 1712-1786) sich im
nahe gelegenen Schloss Charlottenburg regelmäßig aus dieser
Quelle versorgt haben. Auch der König von Preußen, Friedrich Wilhelm
IV. (1795-1861) schätzte sie in den 50er Jahren des 19.
Jahrhunderts als Erfrischungs- und Heilquelle.
Die Namensgebung Fürstenbrunn
erfolgte 1857 auf Antrag ihres damaligen Besitzers Albert Rohde,
der hier das 1818 errichtete Schützenhaus führte, das
er zur Unterscheidung des 1820 eröffneten gleichnamigen
Etablissements
am Berliner Lietzowsee "Altes Schützenhaus" nannte (siehe
Quellweg).
Zuvor hieß das Anwesen "Lohmühle". 1861 erhielt
der Besitz dann den Namen "Fürstenbrunn" nach
der Quelle, aus der Rohde erstmals 1888 das kohlensaure
Tafelwasser abfüllte und Berlin-weit verkaufte.
Literatur
Karl H. P. Bienek: Siemensstädter Lexikon -
Straßen in Siemensstadt. ERS, Berlin 1992
Joachim Jauch: Wegweiser zu Berlins Straßennamen -
Spandau. Edition Luisenstadt, Berlin 1996
© Karl H.
P. Bienek -
Berlin 2000 -
Stand: 19. Juli 2008 |