DIE SIEMENSSTADT - Ein Lexikon der Siemensstadt in Berlin -

Siemensdamm

Siemensdamm vom Tegeler Weg gesehen
Aufnahme etwa Anfang 1930er Jahre
Foto: Arne Hengsbach: Die Siemensstadt im Grünen.
Lezinsky, Berlin 1974
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Siemensdamm von der Stadtautobahn
gesehen; Aufnahme Anfang 1960er Jahre
Foto: Arne Hengsbach: Die Siemensstadt
im Grünen
. Lezinsky, Berlin 1974
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Von der Kreuzung Nonnendammallee, Jungfernheideweg und Reisstraße zum Jakob-Kaiser-Platz führende Straße. In alten Plänen wurde sie "Straße 45" genannt. Von 1913 bis 1915 erfolgte ihr erster Ausbau unter maßgeblicher finanzieller Beteiligung der Firma Siemens, die ein Interesse daran hatte, dass ihre Spandauer Industriestätten (in Siemensstadt) durch eine leistungsfähige Verkehrsstraße mit Charlottenburg und damit Berlin verbunden wurden. Um 1930 war der Straßenausbau in einer Breite von 49 m abgeschlossen. Seinen Namen erhielt der Siemensdamm bereits am 2. April 1914 mit Bezug auf den Firmengründer Werner von Siemens (1816-1892). Das auf Siemensstädter Gebiet befindliche Teilstück des Siemensdammes ist etwa 750 m lang.

Siemensdamm
von der Stadtautobahn gesehen
Aufnahme 1960er Jahre
Postkarte; Hans Andres Verlag, Berlin

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Im Dritten Reich wurden der Siemensdamm mit der weiterführenden Nonnendammallee in die Pläne von Albert Speers (1905-1981) III. Stadtring einbezogen; heute sind beide Hauptverkehrsachsen der Siemensstadt. Der ehemalige östliche Teil der alten Straßenführung des Siemensdammes liegt heute unter den Dämmen der Stadtautobahn; im Zuge der neuen Verkehrsplanung wurde dieser Teil 1952/1953 vom Jakob-Kaiser-Platz ausgehend geändert und in ihrer Führung verschwenkt.

Siemensdamm (links; vom Jungfernheideweg
gesehen; links Wernerwerk-Hochhaus)
Aufnahme 1956; Foto: Karl H. P. Bienek, Berlin
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Siemensdamm (links; Hintergrund Wernerwerk-
Hochhaus; vom Jungfernheideweg gesehen)
Aufnahme Juni 2001; Foto: Karl H. P. Bienek, Berlin
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Um dabei das östlich des S-Bahn-Bogens liegende Charlottenburger Gebiet mit dem im Sinne des III. Stadtringes bereits 1938 zur Bebauung vorbereiteten Gelände an die Nachkriegsplanungen der Siedlung Charlottenburg-Nord an den Siemensdamm anzuschließen, wurde 1955/1956 die Kurve in die Einmündung zur Nonnendammallee begradigt. Ursprünglich folgten die Straßennamen der ehemaligen Weichbildgrenze Spandau / Charlottenburgs, und zwar die nördliche Fahrbahn des Siemensdammes bis zur Mäckeritzstraße, während die südliche Fahrbahn der Nonnendammallee bis zur Ohmstraße reichte. 1956 wurden diese unübersichtliche Abgrenzung beseitigt und die Bezeichnung "Siemensdamm"  bis zur Kreuzung Reisstraße und Jungfernheideweg vorgezogen. Aufgrund schwerer Unfälle in diesem Kreuzungsbereich wurde hier 1985 die heute bestehende Wechsellichtzeichenanlage (Ampelanlage) installiert.

An der Kreuzung Siemensdamm, Jungfernheideweg und Reisstraße befindet sich der 1980 eröffnete Bahnhof Siemensdamm der U-Bahn Linie 7 nach Spandau. Unmittelbarer hierzu, zwischen Siemensdamm 43/44 und dem Popitzweg, liegt die nunmehrige Kaufmitte Siemensstadt sowie der Domäne-Einrichtungsmarkt (ehemals Hertie-Kaufhaus). Am Siemensdamm 50-54 befindet sich der Komplex des Wernerwerk-Hochhauses der Firma Siemens, und weiter in östlicher Richtung, am Siemensdamm 62-66, Ecke Nikolaus-Groß-Weg, das Werk für Übertragungssysteme (bis 1956 verlief die Bezirksgrenze zwischen dem heutigen Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau durch dieses Gebäude (siehe Grenzen Siemensstadts).

Literatur
Wolfgang Ribbe, Wolfgang Schäche: Die Siemensstadt [...]. Ernst & Sohn, Berlin 1985
Karl H. P. Bienek: Siemensstädter Lexikon - Straßen in Siemensstadt. ERS, Berlin 1992
Joachim Jauch: Wegweiser zu Berlins Straßennamen - Spandau. Edition Luisenstadt, Berlin 1996

© Karl H. P. Bienek - Berlin 2000 - Stand: 3. Mai 2004


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