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Siemens-Bauabteilung
Bis in die 1950er Jahre wurden
die ingenieurmäßigen Entwürfe der durch die Firma Siemens
ausgeführten Werksbauten, die logistischen und teilweise auch
kommunalen Einrichtungen in Berlin (und auf den übrigen deutschen
Standorten) ausnahmslos durch die Leiter der
Siemens-Bauabteilung, Karl Janisch
(1870-1946) und Hans C. Hertlein
(1881-1963) konzipiert. Unterstützt wurden diese beiden
Architekten durch externe Privatarchitekten, durch Statiker und Ingenieure und
technische Angestellte der Firma, die allerdings kaum öffentlich bekannt wurden - anders wären
die vielen, umfangreichen Objekte in den kurzen Bauzeiten kaum
zu bewältigen gewesen. Die Betreuung der Bauobjekte
selbst ist jedoch
nur in Ausnahmen Privatarchitekten übertragen worden.
In der Mehrzahl wurde die
Bauabteilung der Firma Siemens (offiziell Bauabteilung der
Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckertwerke
AG), die unter Hertlein etwa 35 fest angestellte
Mitarbeiter besaß, mit der Leitung und fachlichen Ausführung
beauftragt. Diese Abteilung mit ihrem auch für Fachleute
enormen Wirkungskreis hatte Janisch in einer anfänglich kleinen
Baracke an der Motardstraße,
Ecke Rohrdamm
(zwischen dem Dynamowerk
und dem ersten Heizwerk
bzw. dem Chemisch-Physikalischen
Laboratorium der Firma) etabliert, wo sie Jahrzehnte
verblieb. Hertlein, der sie von 1915 bis 1951 geleitet hatte (ab 1924 auch
die Bauabteilung der Siemens-Schuckertwerke
GmbH), skizzierte die Räumlichkeiten dieser Abteilung einmal folgendermaßen:
"[...] Die ganze Bauabteilung mit Glaswänden in der
Mitte und beiderseits Büros und Zeichensälen atmete[n] eine
gewisse Einfachheit, beinahe Dürftigkeit [...]"
Die Baracke ist im 2. Weltkrieg durch Bombeneinwirkung fast gänzlich vernichtet
worden.
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Erste Baracke der
Siemens-Bauabteilung
(vorn Motardstraße)
Aufnahme 1908
Foto (Ausschnitt):
Postkarte;
Verlag R. Reimer, Spandau |
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Hertlein gliederte die Bauabteilung in zwei
Fachbereiche für die eigentlichen bautechnischen sowie für die
betriebstechnischen Aufgaben. Diese Bereiche wurden später in die
Zentrale Abteilung für Bauten und Anlagen
(ZBA) mit insgesamt 250 Beschäftigte
integriert. In Berlin werden diese Aufgaben auch von der Siemensstadt-Grundstücksverwaltung
(SGV) wahrgenommen.
Nach Hertlein haben dann die
verantwortlichen Leiter der ZBA, der Architekt, Bauingenieur und
Direktor Franz Klingan sowie der Architekt und Städteplaner
Peter Niehaus die weitere Nachkriegsgestaltung der Siemens-Werke
in Siemensstadt bestimmt. - Die
Siemens-Bauabteilung ist nicht zu verwechseln mit der Siemens-Bauunion
(SBU).
Literatur
Hans Hertlein: Die Entwicklung der Siemens-Bauten in
Siemensstadt [...]. Schreibmaschinenschrift; Berlin 1959 (?)
Wolfgang Ribbe, Wolfgang Schäche: Die
Siemensstadt [...]. Ernst & Sohn, Berlin 1985
Karl H. P. Bienek: Siemensstädter Lexikon -
Arbeiten in Siemensstadt. ERS, Berlin 1993
© Karl H.
P. Bienek -
Berlin 2000 -
Stand: 13. Juni 2003 |